Indonesien - Teil II

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Viel ist passiert in den vergangenen Wochen. Nachdem wir die Berge (vermeintlich) endlich hinter uns gelassen haben, sind wir entlang der Kueste bis nach Krui weitergefahren. Auch hier gings staendig rauf und runter, sodass wir die Fahrraeder immer wieder schieben mussten. Abgesehen davon, dass die Steigungen hier extrem sind wird das Radfahren noch durch das viele Gerufe (Hello Mister, Whats your name, Bule (Auslaender) Gehupe und den Mopedlaerm) verschaerft. Selbstversteandlich wollten uns die Menschen freundlich willkomen heissen - doch nach dem 100sten Hello Mister an einem Tag, verliert man die Nerven. Die ruhigen Momente sind leider sehr, sehr selten. Wir stellen hier wirklich eine Attraktion dar, denn "Weisse" sind hier sehr selten, in manchen Orten kommen nur alle 5-10 Jahre "weisse" Menschen vorbei... .

A lot of things happened during the last weeks. Along the coast - still hilly and we still had to push bike sometimes - we arrived in Krui. Not only the mountains were exhausting but also all the yellling people (Hello Mister, Whats your name, Bule (foreigner), the traffic noise) made it even worse. Of course people wanted us to welcome but if you here Hello Mister more than 100 times a day you get sick. The quiete moments were unfortunately rare but it is understandable as at some places there are only every 5-10 years "white people' coming... .

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Einen Tag spaeter erreichten wir Bintuhan, wo wir so krank wurden dass wir gleich mal 3 Naechte bleiben mussten und selbst nach diesen 3 Naechten mussten wir in Menna (70km weiter) 2 Naechte bleiben, da wir uns noch immer nicht erholt hatten. Ueber Tais fuhren wir dann weiter nach Bengkulu. Da wir auf Grund unserer Krankheit leider etwas Zeit "verloren" (wir haben nur ein 30 Tage Visum fuer Indonesien) beschlossen wir von hier den Bus nach Padang zu nehmen. Also wurden am naechsten Tag die Raeder auf das Busdach verladen und dann gings auf eine 20 Stunden lange Busfahrt nach Padang. 20 Stunden fuer 600km. Die Busfahrt wurde durch staendig Zigaretten rauchende Passagiere, Schlagloecher, gefaehrliche Ueberholmanoever, Gestank, das Geraeusch von kotzenden Menschen und der Tatsache, dass Muell einfach aus dem Fenster geworfen wird untermalt...dass es keine Klimaanlage gab brauchen wir wohl nicht zu erwaehnen.... .

Next day we arrived in Bintuhan where we had to stay for 3 nights because we got very sick and 70km later in Menna we had to rest for 2 more nights because we weren't yet fit. Because of our sickness we lost a lot of energy and because we only got a visa for 30 days we decided to take the bus from Bengkulu to Padang. The bus journey took 20hours for 600km. Our journey was accompanied by smoking people, overcrowded bus, lifethreating overtaking, smell, the noise of vomitting people and the fact that people throw garbage simply out of the window... .

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In Padang angekommen liess man uns erstmal nicht ins Hotel. Da vor allem im Norden Summatras viele (strengglaeubige) MuslimInnen leben, duerfen Hotelzimmer nur an verheiratete Paare vergeben werden (mit Beweis durchs Hochzeitsbuch). Wir erzaehlen hier allen Menschen, dass wir verheiratet sind, um uns eben solche Probleme zu ersparen. Nur konnten wir das Hotelpersonal einfach nicht ueberzeugen. Stattdessen schickten sie uns wieder weg - es fing gerade an zu regnen. Tja, Religionen eben... . Im naechsten Hotel nahm man uns dann sofort auf... .
Padang war im Herbst 2009 von einem schweren Erdbeben betroffen, viele Haueser sind eingestuerzt, viele Menschen leben noch heute in Zelten und rund 1000 Menschen verloren ihr Leben. Wir schlenderten durch die Stadt, noch immer etwas kraftlos und verbrachten den Tag am mit Plastikmuell uebersaeten Strand/Meer und tranken Fruchtcocktails ...

When we arrived in Padang we weren't allowed to book a room at the first hotel. In the north of Summatra there live many orthodox muslims and hotel rooms are only allowed for married couple ("No illegal couple allowed!"). Since Bali we told everybody that we are married (even though we are not) but we simply could not convience the hotel staff. As it started to rain they asked us to leave the hotel. Thats what religions are about... . The next hotel accepted us without any request. Padang was hit by an earthquake in September 2009 and still a lot of big houses are broken, many people live in tents and about 1000 left their lives. We visited the city, stopped at the plastic garbbage covered beach for a juice cocktail and tried to recover from sickness... .

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Am naechsten Tag gings dann wieder in die Berge. Von Padang fuhren wir nach Bukittingi, eine nette Bergstadt wo wir auf die ersten "weissen" Menschen nach fast 14 Tagen trafen. Schoen langsam kam auch wieder die Gesundheit und damit die Reiselust zurueck... . In den Bergen wars hier auch ganz nett und das Hello Mister Geschreie reduzierte sich auch etwas. Von Bukittingi fuhren wir dann entlang einer schoenen Bergkulisse (wir waren umgeben von knapp 3000m hohen Vulkanen) weiter nach Payakumbuh - mit 30km die kuerzeste Strecke auf unserer ganzen Tour :)
In der Stadt sahen wir dann wieder zahlreiche Rikschas, wovon eine besonders spektakulaer war (leider haben wir kein Foto davon): an der Front dieser Rikscha war ein Kinderkarusell montiert, welches ebenfalls mit Pedalkraft betrieben wurde! Und da wir ja in den Tropen sind, hatten wir am Abend auch wieder mal typischen Dschungelregen: 2 Stunden heftigen Dauerregen... .

The next day we cycled from Padand to Bukittingi through the mountains. In Bukittingi we met the first "white people" after 2 weeks. The mountaineos environment was nice (volcanoes up to 3000m!) and even the Hello Mister yelling decreased. When we arrived in Payakumbuh we saw (as almost in every city) plenty of trishaws but few of them were special as they had a carousel for children mounted in front - also driven by human pedalling power! In the evening we had again (as almost every day) heavy tropical rainfall for 2 hours.

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Am naechsten Tag fuhren wir weiter nach Banginang und ueberquerten dabei den Aequator!
Ueber Banginang fuhren wir dann nach Pekanbaru, eine ziemlich grosse Stadt in Kuestennaehe. Wir kehrten dort einer kleinen Warung ein,  wo der Wirt ein Foto von uns machte (so wie das auch viele, viele andere Menschen von uns machen - solch einen Exotenstatus haben wir hier...). Selbstverstaendlich gab es auch hier wieder die typische Padang-Kueche: der Tisch wurde mit vielen verschiedenen Schuesseln voller verschiedener Speisen gedeckt und man konnte einfach so viel essen, wie man Hunger hat. Vermutlich war diese Kueche aber auch der Grund fuer unsere immer wieder kehrende Krankheit - denn gleich am folgenden Abend musste Berti so ziemlich alles wieder rauswuergen... .

Next day we cycled to Banginang - on the road we crossed the equator! Finally we arrived in Pekanbaru where the owner of the little Warung took a picture of us (as many other people did - we are such exotic!). We had delicious food from the famous Padang Kitchen: many different plates are served with all kind of food and you simply eat as much as you want.
Maybe the reason for taking this picture was because in the evening Berti discard almost all the food again... But because we just wanted to leave Indonesia, Berti struggled somehow to get to Dumai...

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In Dumai angekommen wollten wir eigentlich nur so schnell wie moeglich ein Hotelzimmer suchen. Doch ploetzlich wurden wir von einem jungen Studenten angesprochen, ob wir denn nicht Englischunterricht geben wollen. Nach anfaenglicher Skepsis stimmten wir zu und gaben fuer rund 20 SchuelerInnen Englischunterricht in Mr. Muchsis Englischschule. Wir unterhielten uns ueber Indonesien, Deutschland, Oesterreich, Jobs, Umwelt, Muell, Hobbies, Zukunft, Heiraten, Religion und Kinder kriegen. Kinder kriegen und Heiraten sind so ziemlich die wichtigsten Dinge - ob wir denn Kinder haetten war (neben woher wir kommen) die am haeufigsten an uns gestellte Frage.

When we arrived in Dumai we just wanted to book a hotel room. Suddenly a young student asked us if we want to give english lectures at the local english school. We decided to follow the guy and finally we gave english lecture to 20 young students at Mr. Muchsis English School. We spoke about Indonesia, Germany, Austria, jobs, environment, garbage, hobbies, future, wedding, having a baby etc.  Having a baby and marrying are obviously the most important things for people in Indonesia. The question we were most of the time asked was (beside where we come from) are u married and do you have children... .

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Bei Mr. Muchsi traffen wir auch noch 3 andere Radreisende: ein argentinisches Paaerchen (Carolina & Marcos), die mit dem Fahrrad rund um die Welt fahren und seit 2 Jahren unterwegs sind: www.mundoapedal.com.  Ausserdem Nicolas aus Frankreich, der von Frankreich aus ebenfalls rund um die Welt faehrt: afleurdemonde.free.fr .
Als Dankeschoen fuers Unterrichten durften wir bei Mr. Muchsi essen und schlafen - so bekamen wir wieder mal einen Eindruck, wie die Menschen hier leben. Die folgenden Bilder zeigen das "Badezimmer": Dusche u WC....

At Mr. Muchsi's place we met 3 other long distance cyclists, a couple from Argentinia (Carolina & Marcos), who are cycling around the world and who have been for 2 years now on the road: www.mundoapedal.com. And Nicolas a young french guy who is also pedalling around the world: afleurdemonde.free.fr  .
As an exchange for teaching we got breakfast and lunch as well as free accomodation - so we could get again a feeling how people in Indonesia live. The following pics show the "bathroom": shower and toilet.....

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In der Nacht gings Eva gar nicht gut, sie litt nun unter den gleichen Sypmtomen wie Berti. Doch am naechsten Morgen gings dann endlich nach Malaysien. Mit der Faehre fuhren wir von Dumai nach Port Klang. Auf der Ueberfahrt sahen wir, dass selbst auf offener See das Meer mir Plastikmuell uebersaet ist - der oekologische Fussabdruck von Menschen wie wir aus dem "Westen" ist um einiges groesser als der einer/s durchschnittlichen IndonesierIn - trotzdem war und ist der unmittelbare Umgang mit der Umwelt doch schockierend... .

During nighttime Eva started to suffer from the same symptoms as Berti did a few days before. Luckily we took the ferry the next day from Dumai to Port Klang (Malaysia).
Even on the open sea the sea was covered with plastic garbage...of course 'western people'  like us have a much bigger ecological footprint but the treatment of their environmental surrounding is shocking... .

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Indonesien wird uns wohl besonders in Erinnerung bleiben. Einerseits die Gastfreundschaft, der Dschungel, die Affen, die Berge, die Vulkane und vieles anderes schoenes. Andererseits dieser unglaubliche Kontrast zu "unserer" Kultur: Armut, Muell, offen laufendes Kanalwasser, Ueberbevoelkerung, kein Trinkwasser, kein Zugang zu Bildung und Gesundheitssystem, Laerm, unser Exotenstatus, Religiositaet, 50 Euro Monatslohn fuer die meisten Menschen ... Mehr als 27 % der insgesamt 241 Mio. IndonesierInnen leben in Armut, in Java leben etwa 23 % in Armut und in manchen Provinzen gar bis zu 44 % und wir sahen unzaehlige Slums (in Java leben mehr als 1,7Mill. Strassenkinder). Vor einigen Tagen haben wir einen Zeitungsartikel gelesen, wonach sich das Vermoegen der 40 reichsten Indonesier im letzten Jahr, trotz Weltwirtschaftskrise verdoppelt hat... .
Gleichzeitig hat Indonesien uns gelehrt, wie wichtig es ist dass alle Menschen freien und kostenlosen Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem haben (wie dies weitgehend in Deutschland und Oesterreich der Fall ist) und wie wichtig es ist, dieses Sozialsystem auszubauen und fuer Chancengleichheit in einer Gesellschaft zu sorgen. Und wie wichtig Umweltschutz ist.

Our bodies and minds were shapped and shaken by our trip through Indonesia. On the one side hospitality, jungle, monkeys, mountains, volcanoes and many other nice things. On the other side this huge "culture shock". Poverty, waste, waste water, noise, overpopulation, no drinking tab water, no access to /existing education and welfare system, our exotic appearance, religion, 50 Euro monthly average income. More than 27% of all Indonesians live in poverty, in some places up to 44%. We have seen many, many shanty towns/slums, in Java there live about 1,7 Mill. street children. And at the same time we read a newspaper article that the income of the 40 richest Indonesians has doubled in the last year.
Indonesia has tought us how important it is, that all people have free access to education and social welfare system (as it exists widely in Germany and Austria) and how important it is to keep this system alive and improve it. And how important equal opportunities for everybody in a society are. And how important environment protection is.

Jetzt sind wir in Kuala Lumpur - doch darueber mehr im naechsten Artikel... .

Right now we are in Kuala Lumpur - but more about this in the next article... .
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